themen + frequenzen: Frau Lippold, mal abgesehen vom Promi-Faktor: Welche Rolle spielt der Spaß an der Medienarbeit bei Ihrem Job?
Eigentlich die entscheidende Rolle. Denn auch wenn viele - vielleicht aufgrund des Promi-Faktors - etwas anderes denken: Reich werden kann man bei dem Job nicht. Aber der Spaß hat bislang noch kein bisschen nachgelassen.
themen + frequenzen: Wie reagieren Sie, wenn Sie mit dem Vorurteil konfrontiert werden, dass all die Fröhlichkeit in den Morningshows hiesiger Radiosender doch nur aufgesetzt sei?
Zumindest bei mir bin ich mir sicher: Ich bin diese Marke "Freddy" - da ist nichts aufgesetzt, sondern alles authentisch. Allerdings ist soviel Freiheit, wie ich sie in meinen Moderationen habe, auch die Ausnahme. Andere Kollegen arbeiten da unter viel restriktiveren Bedingungen. Und wenn mir mal selbst nichts einfällt, habe ich mein Team zur Unterstützung.
themen + frequenzen: In welchem Rahmen arbeiten Sie da mit Praktikanten zusammen?
Praktikanten machen rund 40 Prozent bei uns aus. Ohne sie wären wir tatsächlich manchmal aufgeschmissen. Aber leider fehlt vielen von ihnen irgendwie die Begeisterung für die Radioarbeit.
themen + frequenzen: Heißt das, sie leisten keine gute Arbeit? Oder fehlt es an der Motivation?
Die Arbeit ist solide und es sind wirklich nur selten welche dabei, die sich aus fachlichen Gründen nicht eignen. Nein, was ich meine, ist das „Brennen“ für den Job - dieses sich Reinhängen auch gegen Widerstände. Das war zur Zeit meines Einstiegs in die Branche viel verbreiteter. Heute bleibt mir kaum noch einer im Gedächtnis, der sich aus der Masse abhebt.
themen + frequenzen: Worauf führen Sie dieses fehlende "Brennen" zurück?
Die genauen Gründe dafür kenne ich leider nicht. Vielleicht hat es etwas mit der aktuellen Wirtschaftslage zu tun. Oft kommen die jungen Leute auch mit völlig falschen Vorstellungen zu uns. Sie wollen einen easy-going-Job in der Umgebung von coolen Leuten. Und wenn sie dann merken, dass es auch beim Radio jede Menge Arbeit gibt, die nicht immer flippig und cool ist, lässt die Motivation merklich nach. Aber letztendlich ist diese Einstellung kontraproduktiv für die Karriere. Denn nur wer sich reinhängt und auffällt, bekommt Aufmerksamkeit, besondere Förderung und die Chance, auch nach dem Praktikum weiter zu machen - das sehe ich täglich in unserem Sender.
themen + frequenzen: Apropos Karriere: Sie drücken gerade erneut die Schulbank – nebenberuflich, an der Akademie für Marketing und Kommunikation Leipzig. Warum?
Weil ich festgestellt habe, dass ein Abschluss heute wichtig ist. Er hebt dich ab von anderen – und wird vielerorts einfach vorausgesetzt. Nachdem ich mich gründlich über einen Studienabbruch vor sieben Jahren geärgert habe, beschloss ich, auf diesem Weg das Versäumte nachzuholen - auch wenn es ziemlich stressig ist und ich die Wochenenden dafür opfern muss.
Friederike.Lippold@tf-slm.de
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