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Das wichtigste Publikationsprojekt der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien ist die kontinuierliche Herausgabe des Magazins "themen + frequenzen". Es erscheint vierteljährlich in einer Auflage von 3.500 Exemplaren. Das 4iMEDIA Journalistenbüro unterstützt die SLM durch die Gesamtproduktion der Zeitschrift.

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Die Kuh vorm Ueberall-Tor


SOWEIT KOMMT DAS NOCH: Die Leute sind zufrieden! Unser meckerndes Volk gerade dort, wo die Tore zum künftigen Fortschritt offen stehen. Dort stehen die Menschen "wie die Kuh vorm neuen Tore". Jeder, der Kühe kennt, weiß, wie diese Tiere stehen, liegen und vor allem blicken können: zufrieden wiederkäuend; mit großen Augen, die den Menschen neidisch werden lassen ob der stillen Hinnahme des Weidenund Stallschicksals durch diese fleischliefernde Natur.

So ähnlich verhält sich jetzt das Fernsehvolk vor der Einführung einer neuen Empfangstechnik, die ja wiederum gar nicht so neu ist. Sie ist ein alter Hut mit neuen Inhalten: das DVB-T - zu deutsch: Digital Video Broadcasting-Terrestrial - also auf Null und Eins komprimierte Fernsehbilder, die durch die Luft transportiert und von einer Antenne in einem hin und her zu tragendem Gerät eingefangen und von einem geheimnisvollen Gerät für die Augen des Betrachters wundervoll entschlüsselt werden. Ist das so kompetent erklärt? Aber das Fernsehvolk stellt sich unwissend, wie eine Studie aus dem Leipziger Raum jetzt belegt. Danach hatten 40 Prozent der Befragten keine Ahnung, was die vier Buchstaben bedeuten. Das ist verwunderlich, da ja auch jeder weiß, was ALDI heißt. Doch der zum Himmel schreiende Zustand liegt in der Tatsache, dass 54 Prozent derer, die vor dem neuen Tor bewusst stehen bleiben wollen, mit dem jetzigen Programmempfang zufrieden sind. Der Mensch neigt eben an sich und schon immer zum Hocken und Sitzenbleiben beim Bewährten. Jetzt hängt er sich nun ans Kabel und an die Satellitenschüssel - und ist zufrieden.

Dieser Zahn muss gezogen werden! Es lebe die Antenne! Es wird viel Kraft vonnöten sein, die Kuh durchs neue Tor zu ziehen. Das Überall-Tor führt ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Überall kann fern gesehen werden: im tiefsten Keller und im verwinkeltsten Dachboden und im eigenen Garten - eben überall dort was überall meint. Der Schalk, der meinte, DVB-T wäre die Abkürzung für "Das Volk Bremst-Täglich" sollte sich künftig gründlich schämen, wenn die Überall-Welle endlich die Haushalte erreicht hat. Da müssen sich Kabel und Satellit aber warm anziehen!
Caroline