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Das wichtigste Publikationsprojekt der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien ist die kontinuierliche Herausgabe des Magazins "themen + frequenzen". Es erscheint vierteljährlich in einer Auflage von 3.500 Exemplaren. Das 4iMEDIA Journalistenbüro unterstützt die SLM durch die Gesamtproduktion der Zeitschrift.

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4iMEDIA Journalistenbüro Leipzig
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Ethik im Rundfunk


DIE IM AUFTRAG der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) an der Universität Leipzig durchgeführte und im Sommer 2005 abgeschlossene Studie "Medienethische Qualitätskriterien für den Rundfunk" verfolgte zwei Ziele: Erstens sollte ein systematischer Überblick über die für den Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen) relevanten Normen und deren Begründungen gewonnen werden. Zweitens sollte der Frage der Umsetzung dieser Normen in der redaktionellen Praxis und damit verbundenen Problemen - sowie deren Behebung - nachgegangen werden.

Auf der Basis umfangreicher Literaturrecherchen und einer qualitativen Inhaltsanalyse von 30 deutsch- und englischsprachigen Fachpublikationen, 12 Werken der journalistischen Praktikerliteratur sowie von 25 rundfunkbezogenen Richtlinien konnte eine Fülle von rundfunkethischen Normen identifiziert werden. Problematisch erscheint also nicht das Fehlen von ethischen Normen für den Rundfunk, sondern deren mangelhafte Systematik, fehlende Begründungen und Ableitungen sowie die nur gering ausgeprägte Rundfunkspezifik vieler Normen. Zudem wird der Hörfunk offenkundig als medienethisch weniger oder gar nicht relevant bzw. problematisch angesehen: Es gibt praktisch keine hörfunkspezifischen medienethischen Qualitätskriterien. Da Medienethik als Element von Qualitätssicherung verstanden werden kann, stellt sich die Frage, wie die Umsetzung solcher Normen in der Rundfunkpraxis unterstützt werden kann. Das besondere Interesse galt hierbei den inner- und außerredaktionellen Infrastrukturen. Aufbauend auf den Ergebnissen einer Literaturstudie wurde eine Befragung von zehn sächsischen Rundfunkschaffenden aus fünf Sendern (Leitfadengespräche) durchgeführt. Diese lieferten Hinweise darauf, welche Relevanz rundfunkethischen Problemen und Diskursen im redaktionellen Alltag zugesprochen wird und welche Rolle Infrastrukturen bei der (medienethischen) Qualitätssicherung spielen (s. Abbildung).

Von den außerredaktionellen Infrastrukturen wird in den untersuchten Rundfunkunternehmen allenfalls Journalistenpreisen eine motivierende Bedeutung zuerkannt. Selbstkontrolleinrichtungen und Ethikkodizes (etwa in Analogie zu Presserat und -kodex), Ombudsleute, Branchenverbände sowie Medienjournalismus und die Publikumsforschung werden hingegen in der Rundfunkpraxis nicht als Infrastrukturen zur (medienethischen) Qualitätssicherung angesehen oder genutzt.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei den innerredaktionellen Infrastrukturen. Hier besitzen vor allem diskursive Elemente, also das formelle (Redaktionskonferenz, Mitarbeitergespräch) und das informelle Gespräch unter Kollegen Bedeutung für die Erörterung und ggf. Lösung rundfunkethischer Problemfälle. Allerdings werden medienethische Probleme in der Praxis tendenziell nicht von medienrechtlichen Problemen getrennt und die Erörterung wird von den Beteiligten vielfach wohl nicht als ethische Diskussion verstanden. Insgesamt erscheint uns das Bewusstsein für medienethische Problemlagen, insbesondere im Hörfunk, bei den Rundfunkpraktikern nicht sehr stark entwickelt zu sein. Personalauswahl und -entwicklung (Aus- und Weiterbildung) sowie Redaktionsstatute sind für die Implementation rundfunkethischer Standards nicht von Bedeutung, allenfalls die interne Produktkontrolle leistet hierzu einen - vermutlich eher unsystematischen - Beitrag.