"ICH HABE MEIN HAUSTIER mit dem `Freund-Zauber` in einen Menschen verwandelt - kann ich das rückgängig machen? Nein, das Tier bleibt für immer ein Mensch. Woher kriege ich die Zauberzutaten? Viele Zutaten kriegt man von den Händlern in der Stadt Magie. Woher bekomme ich einen Drachen? Was fressen Drachen?"
Diese allgemein interessierenden Fragen und irritierenden Antworten auf einer Forumseite im Internet entstammen dem Leben mit der Familie Sims, die im Computer wohnt und vom Spieler endlich so behandelt werden kann, wie man seine Umwelt einschließlich der Mitmenschen eigentlich immer behandeln möchte: per Knopfdruck leiten, locken, lehren, lieben. Deshalb erfreut sich die Familie Sims weltweit größter Beliebtheit unter unzähligen Computerspielern und ist einsamer Favorit unter den Spielen selbst. Es reizt eben, eine ganze Familie auf dem Bildschirm im Griff zu haben und endlich frei zu sein von allen menschenmöglichen Rücksichten. Bei den Simsens wird nicht geschossen, höchstenfalls gehustet und geniest. Wem ist nach seiner Bekanntschaft mit den Sims das Computerspiel an sich und seine -zig-millionenfache Verbreitung noch ein Geheimnis? Das ganze Bedürfnis fängt doch bei der Höhlenzeichnung an: Neben die schnöde, vergängliche Wirklichkeit wird eine bleibende gesetzt, die ich nach meinem Sinnen und Trachten gestalte. Das vorläufige Ende der Fahnenstange ist nun das Spiel im Computer, der ja auch eine Art Höhle darstellt: Etwas Dunkelheit unterstützt die Grafikwirkung, der Spieler braucht wenig Bewegungsraum. Inhalt, Umfang und Zeit seiner Nahrungsaufnahme können auf das Nötigste reduziert werden. Es handelt sich zudem noch um eine Höhle des 21. Jahrhunderts: Kein bissiger Rauch vom feuchten Herdholz lässt die Augen tränen, keine wilden Tiere fauchen unerwartet in den Nacken und im Fell gibt´s keine Läuse. Der über Jahrmillionen pfiffig-tüftelnde Mensch hat die Sims und die ganze virtuelle Welt gewollt und hat sie sich jetzt geschaffen. Wir können später stolz sagen: Wir sind dabei gewesen! Es gibt wirklich keinen Grund zur Aufregung.
Sollte die allzu menschliche Spielesucht doch mal über die Stränge schlagen wollen, so haben wir immer noch die "Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle" und die "Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter". Die wissen dann schon, welcher Alterszielgruppe sie "Blazing Angels Squadrons", "Demolition Girl", "Exit" und so weiter vorenthalten oder nicht. Die Höhle unseres Jahrhunderts ist sicher, trocken und warm! Caroline
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