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Das wichtigste Publikationsprojekt der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien ist die kontinuierliche Herausgabe des Magazins "themen + frequenzen". Es erscheint vierteljährlich in einer Auflage von 3.500 Exemplaren. Das 4iMEDIA Journalistenbüro unterstützt die SLM durch die Gesamtproduktion der Zeitschrift.

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Scheu der Privaten


DER SENDESTART von DVB-T wird nun auch in Mitteldeutschland ohne die privaten Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 Media AG vonstatten gehen. Die Gründe sind wirtschaftlicher Natur. Die Zahl derer, die bisher noch über Antenne fernsehen, ist hier besonders niedrig: Schätzungen zufolge maximal fünf Prozent der Verbraucher. Die Programme der Privaten gehören in Mitteldeutschland schon lange Zeit nicht mehr zum terrestrischen Angebot. Deshalb werden diese Veranstalter keine "Abschaltgewinne" erzielen, die Investitionen für digitales Antennenfernsehen freimachen könnten. Die Absage der Privaten führt wiederum dazu, dass es für digitales Fernsehen voraussichtlich nicht genügend Abnehmer geben wird. Und somit bleiben Schritt zwei und drei der DVB-T-Einführung, eine Ausdehnung vom Ballungsraumfernsehen zur flächendeckenden Versorgung, vielleicht für immer Illusion.

Ob und wie sich dieses Szenario ändern wird, kann momentan nur durch einen Vergleich mit den anderen Einführungsregionen abgeschätzt werden. Dort hat sich DVB-T vor allem in der Region Berlin-Brandenburg durchgesetzt. Die dichtbesiedelte Stadt Berlin profitiert aber in diesem Fall von der ehemaligen Zweiteilung, die eine hohe Netzabdeckung mit sich bringt. Das restliche Deutschland ist ein Flächenland, mit geringerer Netzabdeckung und teilweise dünn besiedelten Räumen, die dennoch nicht von der vollständigen Digitalisierung abgeschnitten werden sollen. Aber eine flächendeckende DVB-T-Versorgung ist aus Sicht der privaten Anbieter unrealistisch, weil unrentabel.

Sollte das günstige DVB-T tatsächlich einen größeren Abnehmerkreis finden, würden die Privaten auch noch im Nachhinein umschwenken. Freie Frequenzen sind derzeit noch vorhanden. Die Prognosen sehen aber anders aus. Eine begleitende Marktstudie soll bald nach der Zuschaltung von DVB-T erste Ergebnisse liefern, wie sich die Wanderungsbewegungen von Satellit oder Kabel zu Antenne abzeichnen werden. Man rechnet auch mit einem Zugewinn durch Zweit- und Drittgeräte.

Vielleicht fällt dadurch die Entscheidung, ob aus dem Ballungsraumfernsehen jemals so etwas wie ein flächendeckendes Angebot wird. DVB-T könnte dann neben Kabel und Satellit wieder zur dritten, kostengünstigen Alternative werden. Während die Öffentlich-Rechtlichen unlängst erneut bekräftigt hatten, dass sie eine flächendeckende Verbreitung von DVB-T in naher Zukunft wünschen, sieht dieses Szenario für die Privaten ganz anders aus. Für sie besteht ein großer Nachteil in der mangelnden Zukunftsfähigkeit von DVB-T. Eine Problematik, die durch das Urteil auf die ANGA-Klage beim Europäischen Gerichtshof noch erschwert wird. Denn die EU-Entscheidung bestätigt die schlimmsten Befürchtungen der Privaten: Gezahlte Fördergelder müssen zurückgegeben werden. Eine Entwicklung, die die Privaten wohl momentan erst recht vor Investitionen zurückschrecken läßt.
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