themen + frequenzen: Herr Richter, die Vorbereitungen zum Start des digitalen TV in Mitteldeutschland liefen nicht ganz problemlos ab. Woran lagen die Verzögerungen?
Bei der technischen Planung stellte sich heraus, dass wir nicht alle vorhandenen Senderstandorte nutzen können, sondern für einen "portable indoor"-Empfang, wie wir ihn anstreben, teilweise neue Anlagen errichtet werden müssen. Diese benötigen einen Standort inmitten des Ballungsraums. In Halle konnten wir diese Änderung innerhalb eines Jahres durchsetzen, in Leipzig hat sich das Genehmigungsverfahren verzögert. Letztendlich wurde der Termin für alle fünf Standorte nach hinten verlegt, um einen einheitlichen Start zu gewährleisten.
themen + frequenzen: Welche Aktivitäten liegen vor dem offiziellen Start?
Momentan betreiben wir Aufklärungsarbeit im Handel mit Informationspackages. DVB-T ist eine Chance für den Fachhandel, denn es handelt sich in den Regionen, in denen DVB-T mit Dachantenne empfangen wird, um eine beratungsintensive Technik. Mittlerweile gibt es auch eine Informationshotline, und es werden Werbespots im MDR und ZDF ausgestrahlt, die die Zuschauer auf den Sendestart vorbereiten.
themen + frequenzen: Gibt es noch großen Informationsbedarf bei den Verbrauchern?
Ja und Nein. Viele Menschen haben die Entwicklung in den anderen Bundesländern mitverfolgt und sich informiert. Interessanterweise wurden auch in Mitteldeutschland schon sehr viele Digitalreceiver gekauft. Wir warnen allerdings vor einem Kauf ohne Beratung. Denn je nach Wohnlage kann ich DVB-T über Zimmeroder Dachantenne oder unter Umständen noch gar nicht empfangen. Wer nicht im DVB-T-Versorgungsgebiet wohnt, ist in der ersten Einführungsstufe nicht an der Digitalisierung beteiligt. Es gehört auch zu unseren Aufgaben, diese Menschen zu informieren.
themen + frequenzen: Damit sprechen Sie eine bislang ungeklärte Frage an: Wird es eine Gesamtabdeckung des digitalen Antennenfernsehens geben?
Am 5. Dezember gehen wir mit dem Start in den Ballungsräumen Halle, Leipzig, Erfurt und Weimar den ersten Schritt. Nach dem Sendestart entscheiden wir in Abhängigkeit von der Verbraucherresonanz, ob wir den zweiten Schritt gehen und DVB-T auch in den Regionen um Dresden, Chemnitz, Magdeburg, Gera und Jena einführen. Um die Resonanz festzustellen, werden begleitend zur DVB-T-Einführung Marktforschungen betrieben.
themen + frequenzen: Welche Erwartungen haben Sie in Bezug auf die Resonanz?
Wir gehen von einer relativ zügigen Entwicklung hin zur Dachantennenversorgung aus. Vor allem bei den Zweit und Drittempfängern rechnen wir mit Zuwachs, denn DVB-T eignet sich zum Beispiel hervorragend für das Kinderzimmer oder die Gartenlaube.
Michael.Richter@tf-slm.de
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