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Das wichtigste Publikationsprojekt der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien ist die kontinuierliche Herausgabe des Magazins "themen + frequenzen". Es erscheint vierteljährlich in einer Auflage von 3.500 Exemplaren. Das 4iMEDIA Journalistenbüro unterstützt die SLM durch die Gesamtproduktion der Zeitschrift.

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Drama im Fussball

Im Rahmen der „Football & Media Conference 2006“ sucht Prof. Dr. Hans-Jörg Stiehler nach dem Bühnenpotential des Sports.

themen + frequenzen: Prof. Dr. Stiehler, bei aller Fußballbegeisterung: Warum braucht es eine wissenschaftliche Konferenz über Fußball in den Medien? An Fußball lässt sich die ganze Welt erzählen! Fußball ist ja nicht bloß ein Spiel. Fußball erzählt Geschichten, globale Geschichten. Tragik und Komik liegen, wie in jedem Drama, sehr nah beieinander. Fußball ist also eher modernes Theater. Und ein Thema allemal. Denn die öffentliche Konzentration des Sports und die mediale Einflussnahme hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Globale Berichterstattung ist heutzutage an der Tagesordnung. Dadurch sind Sportler natürlich auch einem gewissen Druck ausgesetzt, ihr Privatleben zu großen Stücken mit der Öffentlichkeit teilen zu müssen.

themen + frequenzen: Sponsoren pumpen Millionen in diesen Sport. Medien zahlen Tausende für Übertragungsrechte. Wie authentisch bleibt der Fußball da? Der Sport ist öffentlichkeitsbedachter geworden. Man kann ihn vielleicht heute als Unterhaltungsdienstleister bezeichnen. Sport finanziert sich durch die Medien, das bedeutet im Umkehrschluss, dass das Geschäft auch über dem sportlichen Erfolg stehen kann. Dann wird es kritisch, denn wer die Einstellung vertritt „Hauptsache die Kasse stimmt“ verkennt den sportlichen Grundgedanken. Und auf den kommt es ja schließlich an.

themen + frequenzen: Ist das Senden von Sport heute in erster Linie Profitgier oder doch ein Kulturereignis? Fußball war schon immer sehr präsent in den Medien. Heutzutage wird hierbei allerdings viel mehr Wert darauf gelegt, dass Wirtschaftskraft dahinter steht. Dadurch steigt natürlich auch die gesellschaftliche Verantwortung – Kommerz und Sport produzieren Leitbilder. Und eben diese können auch mal scheitern, nur dass dies auf einem höheren Niveau stattfindet. Hierbei müssen Regeln eingehalten werden, denn alle scheitern gelegentlich, das ist nichts Besonderes. Dass der Fußball an sich davon unberührt bleiben sollte, steht außer Frage.

themen + frequenzen: Wie werden Sie diese Themen auf Ihrer Konferenz im Juni behandeln? Fußball wird als globaler Geschichtenerzähler auftreten, es gibt nationale und internationale Geschichten. Wir erhoffen uns, Konstanten im Fußball zu finden, die über alle Länder hinweg gleich sind. Wir freuen uns auf spannende und tragische Geschichten. Es wird auch einen theoretischen Block geben, der das Theatralische wissenschaftlich belegt. Denn Fußball an sich ist schon ein Phänomen, welches in seinem Kern Millionen begeistert. Damit wird es zu einer soziologischen Besonderheit. Dass dabei ein gewisses wirtschaftliches Potential besteht, gilt es ebenso zu analysieren, wie die gesellschaftliche Verantwortung, die dahinter steht.