Zahlreiche Fernsehveranstalter fanden sich in Leipzig zum symbolischen Startschuss der „Lokalen Vielfalt überAll“ ein.
Digitales Fernsehen und Übertragung per Satellit sind längst keine Zukunftsmusik mehr. Im Gegenteil: Große Fernsehstationen profitieren bereits vom Einsatz von Satelliten. Auch für Lokalfernsehstationen aus Sachsen ist diese technische Innovation nun möglich. Die finanzielle Förderung der SLM ermöglicht es in Zusammenarbeit mit der Sendernetz e.V., den Wunsch vieler Veranstalter, der werbetreibenden Wirtschaft und der Zuschauer nach mehr Aktualität des Programms und schneller Kundenakquise mit dem Projekt „Lokale Vielfalt überAll“ in die Tat umzusetzen. Der symbolische Startschuss dafür fiel am 10. April im Studio 3 von Leipzig Fernsehen. „Wir wachsen mit diesem Projekt zusammen“, bekräftigte der Vereinsvorsitzende von Sendernetz e.V., Christian Wiesner, während er zusammen mit dem Vizepräsidenten des Medienrates der SLM, Dr. Uwe Grüning den „roten Knopf“ drückte.
Damit ist zweierlei vollbracht – die Verbindung zum Satelliten „EutelSat“ und die Eröffnung der Programmbörse. Virtuelle Interaktion ohne Grenzen ist nun dank der Programmbörse möglich, denn Lokalveranstalter können 24 Stunden täglich auf die Plattform im Internet zugreifen. Ein Breitband-Internetanschluss reicht aus, um die komprimierten Programminhalte einzusehen und einfach herunterzuladen. „What you see, is what you get“ – erst schnuppern dann kaufen – formulierte Frank Mistol, Geschäfsführer von HMS oHG Halle, den Grundgedanken. Seine Firma sorgt für das technische Know-how des Projektes. Doch nicht nur der Download von Berichten aus anderen Regionen erweitert das Spektrum der lokalen Journalisten, auch sie selbst können ihre Beiträge für Kollegen online zur Verfügung stellen. Damit wird nicht nur das Programm vielfältiger und aktueller, sondern auch der Kontakt zu Werbekunden vereinfacht.
Auch die Verbindung zum Satelliten „EutelSat“ trägt zu einer ökonomischen Arbeitsweise bei – schließlich verfügt nicht jede Lokalstation über Breitbandkabel. „Früher war es ein enormer Aufwand, die Sendebeiträge 150 Mal zu kopieren, um diese dann an die Kopfstationen zu verteilen“, erklärte Dr. Grüning den anwesenden Medienvertretern, die aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angereist waren.
Diese Arbeit übernimmt jetzt der Satellit. Einfach und schnell werden gesendete Berichte über eine Basisstation an die angeschlossenen Sender verteilt – ein Vorgang den die geladenen Gäste auf einer Leinwand symbolisch nachvollziehen konnten. Langsam aber sicher spannte sich das Netz, zumindest virtuell, von Station zu Station und Christian Wiesner ist sich sicher, dass die Lokalität zwar bleibt, die Vielfalt sich jedoch deutlich vergrößert. Lokale Anbieter haben auf diese Weise die Möglichkeit, die Kopfstation per Satellit „anzufunken“ und das Programm mit aktuellen Beiträgen zu beleben. Damit ist auch für regionale Fernsehsender der Weg in die digitale Zukunft geebnet: über Satellit und Breitbandkabel.
Für viel Diskussionsstoff sorgt das Thema der Wirtschaftlichkeit sowohl der Vernetzung von Kopfstellen wie auch der Programmbörse. „Wir streben eine Kostenersparnis an, die sich langfristig bezahlt macht“, sicherte Dr. Grüning den Gästen zu. „Die wirtschaftlichen Ängste sind damit vollkommen unbegründet.“ Die digitale Innovation soll für Lokalanbieter nicht in einer finanziellen Sackgasse enden, sondern den Weg in die Zukunft mit vernünftigen Kostenmodellen realisierbar machen. Eine Erleichterung für die anwesenden Fernsehveranstalter, denn auch der Zugriff auf die virtuelle Programmbörse ist mit bestehender Software möglich.
„Da Unternehmer auf Hilfe angewiesen sind, unterstützt die SLM die Anlaufphase mit einer Förderung in Höhe von 434.400 Euro“, so Dr. Grüning. Die Firma Goldmedia GmbH Berlin begleitet und evaluiert im Auftrag der SLM das Gesamtprojekt. Für sächsische Lokalanbieter ist damit die digitale Übertragung und der Handel über eine Online-Plattform in nahe Zukunft gerückt.
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